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Prinzregententurm

Der Prinzregententurm auf dem Muppberg

Am 4. Juni 1905 wurde der Prinzregententurm auf dem Muppberg, das weithin sichtbare Wahrzeichen unserer Heimatstadt, in Anwesenheit des Prinzregenten Ernst zu Hohenlohe-Langenburg eingeweiht. Zur Grundsteinlegung, die ein Jahr vorher, am 5. Juni 1904 erfolgte, verfasste der Vorsitzende des Verschönerungsvereins und Geheimrat Max Oscar Arnold ein Lied, das von den anwesenden Gästen gemeinsam gesungen wurde. Die erste Strophe lautet:

"Lasst tönen im vereinten Chor ein hohes Jubellied, zu Gott dem Herrn dring` es empor aus dankbarem Gemüt. Denn seine Macht ja nur allein und seine Wunderkraft bringt Segen uns und lässt gedeih`n, was Menschenhand erschafft. Drum soll der Wunsch jetzt laut erklingen: Hipp, Hipp Hurra: Gut mög` das Turmwerk gelingen Hipp, Hipp Hurra.

"Lasst tönen im vereinten Chor ein hohes Jubellied, zu Gott dem Herrn dring` es empor aus dankbarem Gemüt. Denn seine Macht ja nur allein und seine Wunderkraft bringt Segen uns und lässt gedeih`n, was Menschenhand erschafft. Drum soll der Wunsch jetzt laut erklingen: Hipp, Hipp Hurra: Gut mög` das Turmwerk gelingen Hipp, Hipp Hurra.

Eigentlich hätte der Turm "Kaiser-Wilhelm-Turm" heißen sollen. So jedenfalls waren die Gedanken einiger Neustadter, die schon im August 1897 zum Gedächtnis an Kaiser Wilhelm I., an dessen 100. Geburtstag die Bevölkerung in jenem Jahr erinnert wurde, einen "Kaiser-Wilhelm-Turm" errichten wollte.

Bei der Feier zur 50. Wiederkehr der Verleihung einer volkstümlichen Verfassung durch Herzog Ernst II. nahm der Gedanke, einen Aussichtsturm zu errichten, feste Formen an. Oberpfarrer Wilhelm Johnsen war es, der in einer Vorsprechung zur Verfassungsfeier am 8. April 1902 den Vorschlag machte, zur ständigen Erinnerung einen Markstein in Form eines Aussichtsturmes auf dem Muppberg zu setzten. Geheimrat Max Oscar Arnold, langjähriger Vorsitzender des Verschönerungsvereins, griff den Gedanken auf und regte zugleich an, zum Gedächtnis an die gesegnete Zeit der Regierung des Erbprinzen Ernst zu Hohenlohe-Langenburg, dem Vormund des noch minderjährigen Herzogs Carl Eduard, das Bauwerk "Prinzregententurm" zu nennen.

Wenn auch die erste Skizze für das Bauwerk der Regierungs- und Baurat Philibert aus Coburg fertigte, stammt der eigentliche Entwurf von dem Architekten Julius Bosecker. Dessen Vater, Maurermeister Bernhard Bosecker, wurde durch Vertrag vom 19. Mai 1904 mit der Errichtung des Turmes beauftragt. An den vier Seiten des Turmes wurden Reliefs der Coburger Herzöge angebracht, die nach den Modellen von Max Derra von Steinbildhauer Emil Bunzel geschaffen wurden. Im einzelnen handelt es sich dabei um den Prinzregenten Ernst zu Hohenlohe-Langenburg (über dem Eingang im Westen), Herzog Ernst II. (im Osten), Herzog Alfred (im Norden)und Herzog Carl Eduard (im Süden).
 

Die Kosten für den Turm beliefen sich auf 12.500 Mark, die aus Spenden, dem Verkauf von Bausteinen und durch Garantiesummen der Mitglieder aufgebracht wurden (vgl. Scheuerich Stadtchronik 2. Band). Der schon in den 20er Jahren als einer der schönsten Aussichtstürme Deutschlands geltende Prinzregententurm ragt majestätisch über den 516 Meter hohen Muppberggipfel.

Um allerdings den einmaligen Blick von der 28 Meter hohen Plattform zu genießen, der weit in das Thüringer Land und ins Fränkische hineinreicht, müssen 138 Stufen hinaufgestiegen werden. Doch diese Mühe lohnt sich! Nach dem Abstieg lädt die 80 Meter unterhalb des Turms gelegene Arnoldhütte, die am Mai 1926 (dieses Jahr ist das 75jährige Hüttenjubiläum) eingeweiht wurde, zum Verweilen ein. Gerade zur Maienzeit ist eine Wanderung auf den Hausberg der Neustadter, verbunden mit einer Besteigung des Prinzregententurms besonders reizvoll.
Den Schlüssel gibt es in der Arnoldhütte (Tel: 0 95 68 / 59 17 - montags Ruhetag).

In die Geschichte Neustadts eingegangen ist der Ausspruch der Herolde bei der Turmeinweihung "... Wie warsch, Dorchlaucht? - Bozohl a Mouß!" Bei der Einweihung, bei der Geheimrat Max Oscar Arnold eine denkwürdige Festsprache hielt, waren sämtliche Honorationen der Stadt vertreten, angefangen vom Bürgermeister über die Magisträte bis hin zu den Handwerkern und Maurern, durch deren Hände Fleiß der Turm nach einjähriger Bauzeit am 4. Juni 1904 eingeweiht werden konnte. Der Prinzregententurm nach einer Zeichnung von Ernst Dorn aus dem Jahre 1905 (Bild rechts).

Bei der Grundsteinlegung am 5. Juni 1904 hielt Geheimrat Max Oscar Arnold die Festansprache. Dabei sprach er den Wunsch aus, dass eine höhere Hand schützend über dem Bauwerk walten möge. Bis jetzt ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Sogar der orkanartige Gewittersturm in der Nacht zum Himmelfahrtstag am 15. Mai 1958, der in der Stadt ein Menschenleben forderte, 51 Personen obdachlos werden ließ, auf dem Muppberg ganze Waldstücke umlegte und Schäden in Höhe von rund drei Millionen Mark anrichtete, konnte ihm nichts anhaben, obwohl sämtliche Bäume ringsum geknickt waren. Trotz dieser Standfestigkeit musste der Turm 1977 und in den Jahren 1995/ 1996 umfassend saniert werden.

 


 

 

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